Altsteirer wildbraun

Aus Archepedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Altsteirer wildbraun
Bildtitel

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Rassestandard

Das Wildbraune Altsteirer Huhn ist eine bewegliche, vitale und mittelschwere Landhuhnrasse. Ein typisches Merkmal ist der Wickelkamm und der kleine Schopf bei der Henne. Die Hähne besitzen einen kleinen, regelmäßig gezackten Einfachkamm, einen kleinen Federschopf und kurze Kehllappen. Der breite Schwanz weist reichlich Neben- und Hauptsicheln auf.

[bearbeiten] Verbreitung

Die Wildfärbigen Altsteirer findet man heute vor allem in Österreich und Deutschland.

[bearbeiten] Zuchtgeschichte

Bildtitel

Ein elegantes Zwiehuhn mit Schopf aus der österreichisch-ungarischen Monarche

Bei den Altsteirerhühnern handelt es sich um eine alte Landhuhnrasse, die sowohl wegen ihrer Legeleistung als auch wegen ihres Fleisches gehalten wurde. Das Altsteirer Huhn ist also ein typisches Zwiehuhn. Es entwickelte sich über die Jahrhunderte aus verschiedenen, zum Teil behaubten Landhuhnschlägen im Gebiet der Ober- und Untersteiermark in der alten österreichisch-ungarischen Monarchie.

[bearbeiten] Ähnliche Rassen

Noch im vorigen Jahrhundert gab es verschiedene Farbschläge des Altsteirerhuhns, von denen heute noch der wildfärbige und der weiße Farbschlag erhalten sind.

[bearbeiten] Förderungen

Es gibt keine Förderungen für Geflügelrassen.

[bearbeiten] Leistungsdaten

Hähne haben ein Gewicht von mindestens 2,5 kg, Hennen von mindestens 2 kg. Die Legeleistung pro Jahr beträgt mindestens 150 elfenbeinfarbene Eier mit einem Gewicht von mindestens 55 g.

[bearbeiten] Wirtschaftlichkeit/Vermarktung

Vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein legen die Hennen durchschnittlich etwa alle 2 Tage ein Ei. Im Winter wird die Legefreude geringer, während der Mauser muß der Hühnerhalter auf sein Frühstücksei des öfteren verzichten.

[bearbeiten] Erfahrungsberichte

Altsteirer weiß

[bearbeiten] Eignung und Haltung

Freiheitsliebendes Hühnervolk Um glücklich und leistungsfähig zu sein, braucht ein Altsteier Huhn einen gut strukturierten Lebensraum mit extensiven Wiesenbereichen, Hecken, Gebüschen und (Obst-) Bäumen für Nahrungssuche und Deckung, Sand- und Schotterflächen zum Sandbaden und besonnte Böschungen zur Anlage von „Sonnennestern“. Sie sind das ganz Jahr über - auch im Winter – aus ganzem Herzen gerne draußen.

Grundsätzlich brauchen Altsteirer weite Flächen ohne Umzäunung, auf denen sie ungehindert ihrer liebsten Tätigkeit, der intensiven Nahrungssuche, frönen können. Um Störungen zu entgehen, können sie weit fliegen - oft über hundert Meter - und baumen dabei sogar auf Hausdächern auf. Deshalb sind auch hohe Zäune kein Hindernis, wenn die Tiere genügend Möglichkeit zum Aufsteigen haben. In den Mittagsstunden wird Siesta gehalten, die sie bei guter Witterung liebend gerne in ihren eigens auf Sonnenhängen sorgfältig angelegten „Sonnennestern“ verbringen. Etwa zwischen 16.00 und 19.00 Uhr, je nach Jahreszeit, ist für sie der Tag zu Ende. Obwohl sie Freiland-Fetischisten sind, gehen sie dann meist verlässlich in den Stall.

[bearbeiten] Projekte

Derzeit läuft ein Erhaltungsprojekt der ARCHE Austria: Generhaltung der seltenen Hühnerrasse ALTSTEIER HUHN in kleinbäuerlicher Struktur unter natürlichen Haltungsbedingungen

Projektbeschreibung Das Altsteirer Huhn ist ein altes Landhuhn. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Zwiehuhn oder auch Zweinutzungshuhn, das sowohl wegen seiner Eier als auch wegen des Fleisches gehalten wurde. Das Altsteirer Huhn stammt ursprünglich aus der Untersteiermark der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Nach PENSOLD soll es um 1850 etwa 1.360.000 Stück Steirerhühner gegeben haben. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gingen die Steirerhuhnbestände drastisch zurück, da die auf landwirtschaftlichen Betrieben zu haltenden Wirtschaftsrassen vom Regime festgelegt wurden. Da die Altsteirer nicht zu den festgelegten Wirtschaftsrassen zählten, war deren Erhalt auf die Zucht von Liebhabern angewiesen. Heute wird das Altsteirer Huhn vor allem in Österreich, Deutschland und Slowenien gehalten, es finden sich aber auch Züchter in anderen Ländern Europas. Früher gab es verschiedene Farbschläge, von denen heute nur noch zwei, nämlich der Weiße und der Wildbraune, in den Kleintierzucht-Vereinen anerkannt sind. Bei den Kleintierzuchtvereinen gibt es heute auch noch die Zwerg-Altsteirer, die allerdings in der vorliegenden Arbeit nicht berücksichtigt wurden.

Um das Altsteirer Huhn in seiner ursprünglichen Funktion, nämlich als Wirtschaftsrasse bäuerlicher Betriebe, erhalten zu können, wurde 2009 von der ARCHE Austria, mit Unterstützung der ÖNGENE und des BMLFUW, das Projekt „Generhaltung der seltenen Hühnerrasse Altsteirer Huhn in kleinbäuerlicher Struktur unter natürlichen Haltungsbedingungen“ gestartet.

[bearbeiten] Literatur

Pensold, P. (2001): Ein steririscher Hühnerhof - Altsteirer und Sulmtaler. Im Eigenverlag des Autors, Tobelbad.

[bearbeiten] Weblinks

http://www.altsteirer-huehner.at/

Persönliche Werkzeuge