Pinzgauer Ziege

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Pinzgauer Ziege
Pinzgauer Ziege

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Rassestandard

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Allgemeines Erscheinungsbild:
Die Pinzgauer Ziegen sind großrahmige, ausschließlich behornte Gebirgsziegen.
Der Kopf ist mit schwarzer Maske, teilweise mit braunen Abzeichen.
Der Hals ist kräftig, die Farbe braun mit schwarzem Aalstrich. Die Böcke haben eine schwarze Brust, bei den Jungtieren und den weiblichen Tieren ist die Brust schwarz/braun gestichelt.
Am Rücken verläuft ein schwarzer Aalstrich.
Die Beine sind ebenfalls schwarz.
Die Pinzgauer Ziegen sind großrahmig und haben ein kräftiges Fundament.

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Das Fell ist mittellang. Die Unterwolle ist stark abhängig von der Jahreszeit. Im Frühling verlieren die Tiere ihre graue Unterwolle, derer sie sich an verschiedenen Kratzstellen entledigen. Ein typisches Zeichen der Pinzgauer Ziege ist das dreifarbige Haar, die Haarspitze ist schwarz, in der Mitte braun und an der Haarwurzel, am Haaransatz ist jedes Haar grau.

Die Ziegen sind kastanienbraun mit schwarzem Aalstrich, schwarzem Abzeichen am Kopf, sowie schwarzen Beinen. Es sind ausschließlich behornte Ziegen. Die Länge des Horns kann variieren, das Horn der weiblichen Tiere ist schmäler und kürzer. Die Böcke können eine Hornlänge von bis zu 120 cm bekommen. Es ähnelt ein wenig dem Horn der Steinböcke.

[bearbeiten] Verbreitung

Mitte der 90er Jahre begann die Herdebuchzucht, vor allem in Salzburg. Durch die besondere Eignung für die Landschaftspflege kamen auch wieder Tiere in die Steiermark, nach Kärnten, Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich.

[bearbeiten] Zuchtgeschichte

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Wann ist die Rasse entstanden, mit welchen Zuchtzielen?
Die Pinzgauer Ziege stammt in ihrer Wildform von der Bezoarziege, das ist die Urziege, ab. Sie ist eine autochthone (alteingesessene) Hochgebirgsziege aus dem Pinzgau und Umgebung. Kleine Bestände gab es immer schon in Kärnten, Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich.
Zwischen 1960 und 1980 ist der Bestand stark zurückgegangen. Gründe dafür sind die Einfuhr ausländischer Rassen, sowie der allgemeine Rückgang der Ziegenzucht. Die Pinzgauer Ziege konnte mit den Hochleistungsrassen, die entweder zur Milch- oder Fleischgewinnung gehalten wurden, nicht mithalten.
Ende der 80iger Jahre begann Prof. Ambros Aichhorn die Restbestände zu suchen und zu schützen. Mitte der 90er Jahre begann die Herdebuchzucht, vor allem in Salzburg. Durch die Eigenschaft der Landschaftspflege kamen auch wieder Tiere in die Steiermark, Kärnten, Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich.
Einzelne Tiere gibt es auch in Deutschland, Südtirol und der Schweiz. Durch das erneute Aufkommen von Wanderschäfern hat diese Rasse wieder an Bedeutung gewonnen.
Heute wird diese Rasse vor allem wegen der guten Landschaftspflege und der Käseproduktion gehalten. Sie ist also eine Drei-Nutzungsrasse: Landschaftspflege, Milch und natürlich auch Fleisch.

[bearbeiten] Ähnliche Rassen

Gämsfarbige Gebirgsziege

[bearbeiten] Förderungen

Die Pinzgauer Ziege ist aufgrund der kritischen Bestandszahlen in der Rasseliste des ÖPUL 2007 des Agrarumweltprogramms als „hoch gefährdete“ Ziegenrasse angeführt.

[bearbeiten] Leistungsdaten

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Merkmal männlich, weiblich
Widerrist [cm] 75 - 85, 70 - 80
Gewicht [kg] 70 - 90, 55 - 65

Diese Rasse ist besonders robust, anpassungs- und widerstandsfähig. Sie benötigen meist keine Hilfe bei der Geburt oder beim Aufziehen der Kitze.
Die Pinzgauer Ziegen sind eine Drei-Nutzungsrasse: Milch, Fleisch und Landschaftspflege. Ihre Milch eignet sich zur Herstellung des würzigen Pinzgauer Almkäses. Hierfür wird die Milch von Pinzgauer Rindern und der Pinzgauer Ziegen benötigt.


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[bearbeiten] Wirtschaftlichkeit/Vermarktung

Die Milchziege unter den Extensivrassen

Die eher scheuen Pinzgauer Ziegen sind eine Drei-Nutzungsrasse für Milch- und Fleischproduktion sowie zur Landschaftspflege. Hervorzuheben ist die ausgesprochen gute Milchleistung für eine Gebirgsziegenrasse mit 570 bis 680 kg pro Jahr. Ihre Milch eignet sich zur Herstellung des würzigen Pinzgauer Käses. Hierfür wird die Milch von Pinzgauer Rindern und Pinzgauer Ziegen benötigt.

[bearbeiten] Erfahrungsberichte

„Die Pinzgauer Ziege ist sehr ausgeglichen und bei der Alpung extrem standorttreu. Sie hat eine super Milchleistung, weil eine schöne Haut allein ist für den Bewirtschafter zu wenig.“ Gruber Johann, Spartenbetreuer Pinzgauer Ziege, Tödlinghof, Zell am See, Silbermedaillengewinner der Käsiade 2008

„Die Pinzgauer Ziege ist eine robuste, kräftige Ziegenrasse mit überdurchschnittlicher Leistung. Die Milch der Pinzgauer Ziege dient der Herstellung des beliebten Pinzgauer Bierkäses (Schottengirgel). Erst durch die Zugabe der Ziegenmilch erhält der Käse seine gefragte Qualität.“ Adalbert Böker, Ottensheim

[bearbeiten] Gefährdung

Der Bestand beläuft sich 2009 auf 392 Herdebuchtiere. Die Pinzgauer Ziege ist aufgrund der kritischen Bestandszahlen in der Rasseliste des ÖPUL 2007 des Agrarumweltprogramms als „hoch gefährdete“ Ziegenrasse angeführt.

[bearbeiten] Weblinks

http://www.schafundziege.at/index.php?id=74

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