Waldschaf, Böhmerwaldschaf

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Waldschaf, Böhmerwaldschaf
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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Rassestandard

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Das Waldschaf ist ein kleines bis mittelgroßes vorwiegend weißes Schaf. Es kommen aber auch schwarze, braune oder gescheckte Tiere vor. An den unbewollten Stellen, besonders am Kopf, treten bei weißen Tieren oft dunkle Pigmentflecken auf. Der Kopf mit bewollter Stirn (Schauppe) ist meist gerade und bei den Widdern fallweise leicht geramst. Die Tiere tragen kleine Ohren, die beinahe waagerecht abstehen. Beide Geschlechter können sowohl behornt als auch unbehornt sein, sind feingliedrig und haben einen langen bewollten Schwanz.

Die Mischwolle der Waldschafe ist eine der rassespezifischen Merkmale. Sie hat sich durch die jahrhundertelange Anpassung der Rasse an die rauen Lagen der Mittelgebirgsregionen entwickelt. Die Wolle besteht aus dem eher groben Kurzhaar, dem Lang- oder Grannenhaar und den sehr feinen Wollfasern die den Hauptanteil bilden.

Das Fleisch der Waldschaflämmer zeichnet sich auch bei Tieren mit einem Alter bis zu einem Jahr durch einen besonders feinen Geschmack aus; der unerwünschte Beigeschmack (schöffeln, böckln) fehlt völlig.

Waldschafe eignen sich hervorragend für die Grünlandpflege, die extensive und die biologische Kleinlandwirtschaft in den benachteiligten Gebieten der Mittelgebirgsregionen.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht vom Waldviertel über das Mühlviertel, den Böhmerwald bis zum bayerischen Wald. Der Name "Waldschaf" wurde in den 1980er Jahren von bayerischen Züchtern gewählt, um den Bezug zum Bayerischen Wald, dem Böhmerwald und dem Waldviertel zu verdeutlichen.

[bearbeiten] Verbreitung

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Waldschafe gibt es mittlerweile in allen österreichischen Bundesländern. Der Schwerpunkt der Zuchtarbeit liegt jedoch im ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Oberösterreich und Niederösterreich. Insgesamt werden in Österreich dzt. (2009) knapp 1000 Herdbuchtiere geführt.

Auch in Deutschland erfreuen sich die Waldschafe zunehmender Beliebtheit. Auch hier gibt es die meisten Züchter im und nahe dem bayerischen Wald, dem Ursprungsgebiet der Waldschafe.

[bearbeiten] Zuchtgeschichte

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Bodenständige Rasse des Bayrischen Waldes, des Böhmerwaldes und des Mühl- und Waldviertels. Aus dem Zaupelschaf und Landschlägen herausgezüchtet.


[bearbeiten] Förderungen

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Als hochgefährdete Rasse werden Tiere, die am streng geführten Generhaltungsprogramm Waldschaf teilnehmen, folgendermaßen gefördert:

Schaf (Mutterschaf): Euro 55,-/Jahr

Widder: Euro 120,-/Jahr

[bearbeiten] Leistungsdaten

Waldschafe haben einen asaisonalen Brunstzyklus mit Schwerpunkt der Geburten im Winter. Sie lammen meist 3 mal in 2 Jahren ab. Die Fruchtbarkeit beträgt ca. 180%.

Ausgewachsene Widder wiegen ungefähr 55-80 kg und die Mutterschafe etwa 35-60 kg.

Die Tiere sind besonders leichtfuttrig und genügsam, eine Aufzucht ohne Kraftfutter ist ohne Weiteres möglich. Sie sind robust, wetterhart, leichtlammig und krankheitsunanfällig.

[bearbeiten] Wirtschaftlichkeit/Vermarktung

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Waldschafe eignen sich hervorragend für die Grünlandpflege, die extensive und die biologische Kleinlandwirtschaft in den benachteiligten Gebieten der Mittelgebirgsregionen. Die Mischwolle – mit einem hohen Anteil an feiner Unterwolle – schützt die Waldschafe vor rauem Klima der Mittelgebirgsregionen.

[bearbeiten] Erfahrungsberichte

„Das Waldschaf weist als bodenständige, alte Rasse eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber modernen Hochleistungszüchtungen auf. Bei hervorragender Fleischqualität verfügen die Tiere über große Robustheit bei anspruchsloser Haltung und extreme Widerstandsfähigkeit gegenüber Parasiten und Moderhinke. Das Ablammen ist problemlos, die Fruchtbarkeit hoch.“ Heinz Gurker

„Die Mischwolle der Waldschafe schützt die Tiere vor rauem Klima der Mittelgebirgsregionen. Der Anteil der feinen Unterwolle ist relativ hoch. Der Waldschaf-Tweed vereint als hochwertiges Produkt die Vorzüge der Waldschaf-Wolle. Es entsteht ein feiner Stoff von hoher Qualität und Haltbarkeit mit besonderem Farb- und Lichtspiel. Durch dieses exklusive Produkt kann eine kleine, aber feine Marktlücke erschlossen werden.“ DI Hans Kjäer, Spartenbetreuer Waldschaf, Julbach

„Es gibt einfach Flächen, die nicht so sinnvoll zu bewirtschaften sind, weil der Aufwand zu groß ist oder das Futter nicht gut genug. Waldschafe sind nicht anspruchsvoll und kommen auch mit wenig hochwertigem Grundfutter aus und bringen dabei eine entsprechende Leistung.“ Betrieb Willi Klaffl, Langenlois

[bearbeiten] Eignung und Haltung

Waldschafe eignen sich hervorragend für die Grünlandpflege, die extensive und die biologische Kleinlandwirtschaft in den benachteiligten Gebieten der Mittelgebirgsregionen. Die Mischwolle – mit einem hohen Anteil an feiner Unterwolle – schützt die Waldschafe vor rauem Klima der Mittelgebirgsregionen. Waldschafe haben einen asaisonalen Brunstzyklus mit Schwerpunkt der Geburten im Winter. Sie lammen meist drei mal in zwei Jahren ab. Die Fruchtbarkeit beträgt ca. 180 %. Die Tiere sind besonders leichtfüttrig und genügsam, sie benötigen keine Kraftfuttergaben. Sie sind robust, wetterhart, leichtlammig und krankheitsresistent. Das Fleisch der Waldschaflämmer zeichnet sich auch bei Tieren mit einem Alter bis zu einem Jahr durch einen besonders feinen Geschmack aus.

[bearbeiten] Gefährdung

Insgesamt werden in Österreich mit Stand 2009 1.189 Herdbuchtiere geführt. In der Rasseliste des ÖPUL 2007 des Agrarumweltporgramms ist das Waldschaf als „hoch gefährdete“ Schafrasse angeführt.

[bearbeiten] Weblinks

Homepage der ArGe Waldschaf

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