Waldviertler Blondvieh

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Waldviertler Blondvieh
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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Rassestandard

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Das Waldviertler Blondvieh ist eine alte bodenständige Landrasse und wird bereits seit der Besiedelung des Waldviertels in dieser Region gehalten und gezüchtet. Die Rinder besitzen einen schmalen Körperbau, eine durchschnittliche Bemuskelung und eine hohe Fleischqualität. Die Farbe der Tiere war meist hellrot bis semmelblond mit fleischfarbenem Flotzmaul und gelbgrauen Hörnern und Klauen.

Alte Rinderrassen besitzen noch Merkmale und Leistungen, welche bei anderen Rindern nicht mehr so ausgeprägt sind. So ist das Waldviertler Blondvieh sehr umgänglich und gehorsam, da sie ja früher hauptsächlich als Zug- und Arbeitstiere gehalten wurden.



[bearbeiten] Verbreitung

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Im Jahr 2007 wurden bereits wieder 750 Zuchttiere gehalten, damit ist Blondvieh die zweitwichtigste Mutterkuhrasse in Niederösterreich. Weiters wird Waldviertler Blondvieh auch in Oberösterreich, in der Steiermark und sogar in Vorarlberg gezüchtet.




[bearbeiten] Zuchtgeschichte

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Das Blondvieh im Waldviertel entstand aus der Vermischung aus altillyrischen-keltischem Rind mit Frankenvieh und regelmäßiger Einkreuzung von Mürztaler und Mariahofer. Bis zum 2. Weltkrieg lag der Schwerpunkt der Blondviehzucht auf der Arbeitsleistung, in zweiter Linie stand die Fleisch-und an letzter Stelle die Milchleistung. 1933 wurde der Verband Waldviertler Blondvieh gegründet, wodurch die Rasse einen bedeutenden Aufschwung erlebte. Ab1960 wurde das leistungsstarke Fleckvieh eingekreuzt und das bodenständige Blondvieh zusehends verdrängt. 1982 wurde mit den letzten 23 Kühen und 3 Stieren ein Zuchtprogramm zur Erhaltung gegründet.



[bearbeiten] Ähnliche Rassen

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Das Waldviertler Blondvieh gehört zu den Gelbviehschlägen und ist weiters über die Mariahoferrasse mit dem Kärntner Blondvieh etwas enger verwandt.







[bearbeiten] Förderungen

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Da sämtliche Rinder auf 28 Gründertiere zurückgehen, ist die Inzucht noch sehr hoch.
Aus diesem Grund genügt es nicht die Kühe nur reinrassig anzupaaren, sie müssen auch mit den passenden Stieren belegt werden. Für diesen Mehraufwand und den geringeren Verkaufserlös von Schlachtrindern gibt es eine Förderung, welche über die ÖPUL-Programme abgewickelt wird.






[bearbeiten] Leistungsdaten

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Blondvieh wächst langsamer und gibt weniger Milch

Grundsätzlich darf man die Leistungsprüfung nicht mit größer, schwerer oder höhere Milchleistung gleichstellen. Vielmehr handelt es sich um eine systematische Erfassung von Daten und Fakten, und bestätigt rassenspezifische Eigenschaften.

1) Leichtkalbigkeit

Ursprünglich betrug das durchschnittliche Geburtsgewicht bei Blondvieh 37,7 kg, das garantierte wiederum die sprichwörtliche Leichtkalbigkeit dieser Rasse.

2) Milchleistung

Obwohl 90% der Blondviehkühe Mutterkühe sind, ist die Milchleistung für gute Zuwachsleistungen bei den Kälbern ausschlaggebend. Jungkühe mit 4 Litern Einsatzleistung waren und sind keine Seltenheit. Auch mit ein Grund warum früher das erste Kalb von Blondviehkalbinnen nicht für die Zucht aufgezogen wurde. Von solchen Kühen werden keine Stiere zur Zucht eingesetzt, außer es handelt sich um genetisch besonders wertvolle Tiere.

Leistungsdaten von 2008 ZAR Jahresbericht:

Fleischleistung:

106 Kontrollherden 677 Kontrollkühe 99 Zuchtherden 655 Herdebuchkühe

88 Kontrollherden 586 Kontrollkühe 87 Zuchtherden 585 Kontrollkühe

      Wiegungen	Geburtsgew.		200 Tage      tägl. Zunahmen

Männlich 602 39kg 245,3kg 1.033,2g

Weiblich 767 36kg 222,9kg 936,4g


Die durchschnittliche Milchleistung beträgt:

3.966kg Milch – 3,86% Fett – 3,54% Eiweiß

Aufgrund der obigen Leistungsdaten wird das Waldviertler Blondvieh überwiegend in der Mutterkuhhaltung eingesetzt. Die meisten Rinder werden im Wald- und Mühlviertel gehalten, wo das Klima oft sehr rau und nasskalt ist. D h werden die Tiere nicht das ganze Jahr im Freien gehalten.

In den letzten Jahren wurden zu wenige Besamungsstiere zulange über die Künstliche Besamung eingesetzt. Aus diesem Grund ist der Inzuchtgrad in der Blondviehpopulation weiter angestiegen. (Quelle: Dr. Fischerleitner ÖNGENE).

[bearbeiten] Wirtschaftlichkeit/Vermarktung

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Das Fleisch ist dunkler und fettärmer als übliches Rindfleisch, aber dafür feinfasriger und geschmackvoller.


Aus diesem Grund werden die Kälber fast zur Gänze als Milchmastkälber in Großküchen vermarktet.

[bearbeiten] Erfahrungsberichte

„Das Waldviertler Blondvieh ist aufgrund der Leichtkalbigkeit durch das abgezogene Becken bzw. der legendären Robustheit bestens für die Mutterkuhhaltung geeignet.“ Josef Fleischhacker, Zwettl

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„Die Hörner der Tiere stellen keine Gefahr für mich dar. Aufpassen muss man auch bei Tieren ohne Hörner. Man muss ihnen halt genügend Platz geben.“ „Das Waldviertler Blondvieh wächst zwar etwas langsamer, dafür hat es feineres Fleisch und das schmeckt man einfach.“ Betrieb Fegerl

[bearbeiten] Eignung und Haltung

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Die besonderen Eigenschaften des Waldviertler Blondviehs sind gute Fruchtbarkeit, gutes Fundament und harte Klauen. Die langlebigen Tiere sind an das raue Klima des Waldviertels angepasst. Die Rasse weist besondere Leichtkalbigkeit durch das abgezogene Becken sowie hohe Robustheit auf und ist dadurch bestens für Mutterkuhhaltung auf Magerstandorten geeignet.

[bearbeiten] Gefährdung

Wie viele Rassen wurde das Waldviertler Blondvieh vom Fleckvieh nahezu verdrängt. 1982 begann das Erhaltungszuchtprogramm der fast ausgestorbenen Rinderrasse. Zurzeit sind acht Natursprungstiere und 331 Waldviertler Blondvieh Kühe inklusive Nachzucht registriert, die am Generhaltungsprogramm teilnehmen. Der Herdebuchbestand beläuft sich 2009 auf 1.391 Tiere. Die Rasse wird im ÖPUL 2007 des Agrarumweltprogramms als „hoch gefährdete“ Rasse geführt.

[bearbeiten] Projekte

http://www.slowfoodwaldviertel.at/jos/waldviertler-blondvieh

http://www.archeprojekt.at/index.php?option=com_content&view=article&id=105&Itemid=97

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