Wasserbüffel

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Wasserbueffel
Wasserbueffel

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Rassestandard

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Rassebeschreibung Panonischer Wasserbüffel Entspricht eher dem Fleisch Typ als dem Milch Typ. Das Haarkleid ist schwarz, schwarzbraun, vereinzelt haben Tiere eine weiße Schwanzspitze und dichtes, langes Haarkleid im Winter. Der Kopf ist verhältnismäßig lang, die Hörner sind mittellang und sichelförmig, nach hinten, mit den Hornspitzen nach oben und leicht nach innen gerichtet. Der Brustkorb ist breit und tief. Die Vorderhand ist gut entwickelt, der Rücken ist relativ kurz, manchmal auch gesenkt. Die Kruppe ist breit aber kurz, häufig seitlich und nach hinten abschüssig. Die Gliedmassen sind kurz und kräftig, die Klauen sind hart. Das Tier ist kompakt und gedrungen gebaut. Das Euter ist mittelgroß, die Zitzen meist klein und kurz und somit für die Mutterkuhhaltung ideal, für ein Melken mit der Maschine teils zu klein.

Sumpfbüffel Von den beiden Wasserbüffeltypen hat der Sumpfbüffel auf Grund seiner geringen züchterischen Bearbeitung im Vergleich zum Flussbüffel keine eindeutig genetisch abgegrenzten Rassen. Er unterscheidet sich in Abhängigkeit von unterschiedlichen Klima und Umweltverhältnissen in eine Vielzahl von Schlägen, die sich nach Körpergröße und Gewicht, Farbe, Größe und Form der Hörner und anderen Merkmalen unterscheiden. Die Nutzung erfolgt vor allem als Arbeitstier und zur Fleischproduktion. In Indien, China, Vietnam und anderen asiatischen Ländern sind sie die „lebenden Traktoren“ im Reisanbau. In Brasilien werden sie durch Einkreuzung von Rassen des Flussbüffeltyps vorwiegend für Fleischproduktion und weniger für Arbeitsleistung genutzt. Im Vergleich zu den Flussbüffelrassen haben die Sumpfbüffelschläge nur eine geringe Milchleistung von etwa 250-500kg je Laktation (in China 800kg), jedoch mit einem höheren Milchfettgehalt von 8-11 Prozent. Das durchschnittliche Lebendgewicht der Tiere beträgt 450-500kg, einige Schläge, wie z.B. in Thailand, erreichen bis zu 1000kg. (Zachariev et al. 1986 S. 22, Aleksiev 1997, S.15-19) Prof. Dr. F. D. Altmann gibt beim Sumpfbüffel eine Chromosomenzahl von 48 und beim Flussbüffel (Milchbüffel) von 50 Chromosomen an. In Europa sind keine Sumpfbüffel bekannt.


Flussbüffel (Milchbüffel)

Der Flussbüffeltyp ist über den Indischen Subkontinent und die westliche Hälfte Asiens hinaus, in Ägypten und in Südamerika, in der Türkei, in den Kaukasusländern sowie in Süd – und Südosteuropa beheimatet. Die Büffel in Österreich und Deutschland gehören ebenfalls zum Flussbüffeltyp. Zum Flussbüffeltyp gehören insgesamt 22 Rassen (heute bekannte Rassen). Die Mehrzahl der 17 in Asien verbreiteten Rassen hat eine geringe Population und ist „nur“ von lokaler Bedeutung. Zu den verbreiteten Rassen auf dem Indischen Subkontinent gehört u.a. der indische Murrah, der zur Leistungsverbesserung der bodenständigen Mittelmeerrasse auch nach Bulgarien eingeführt wurde. Alle Büffelbestände in Europa werden mit Ausnahme der bulgarischen Murrah der Mittelmehrrasse zugeordnet.

Über den Zeitraum der Domestikation gibt es unterschiedliche Auffassungen, 5000-7000 v Chr. Unabhängig davon, ob der Wasserbüffel zuerst in Indien oder in China domestiziert worden ist, erfuhr er seine Verbreitung in Asien und von dort aus in Südamerika, im nahen Osten, in den Kaukasusländern, in Süd- und Südosteuropa und in jüngster Zeit schließlich auch in Regionen der USA sowie in Teilen West und Mitteleuropas. Der Büffel gelangte in frühem geschichtlichen Zeitalter Ende des 6. bis zum 12. Jahrhundert n. Chr. auf verschiedenen Wegen :aus dem Osten mit der Völkerwanderung und durch die spätere Ausbreitung der Fremdherrschaft des Osmanischen Reiches bis auf den Balkan und nach Ungarn, aus dem Norden mit dem Vordringen der Hunnen und Tataren nach Europa und aus dem Süden durch die Sarazenen aus Nordafrika nach Italien (Maymone 1942, S1, Zachariev et al 1986, S.20-21, Aleksiev 1999, S 1,2000,S 2). So sollen auch mit der Türkenbelagerung Wiens 1529 und 1683 ebenso Büffel nach Österreich gelangt sein. Tausende Wagenladungen Lebensmittel und Kriegsmaterial mussten von Zugtieren transportiert werden, dabei sollen auch Büffel eingesetzt worden sein.

Büffelbestände in Österreich Ungarn

Jahr

1870 72.968 St.

1884 119.654 St.

1895 132.318 St.

1911 155.192 St.

1924 8.653 St.

1920 wurden Zuchtbücher in Ungarn geführt, die Büffel mit Brandzeichen gegenzeichnet. Die Büffelzucht der kön. ung. Staatsgestütsdomäne Mezöhegyes gibt 1920 eine Milchleistung von 1200-1800kg an, Kälber mit sechs Monaten wogen damals 195kg.

Die Büffelzucht des Domänenbesitzers Nikolaus Somssich wird 1924 in Ungars Viehzucht folgend beschrieben: Eine der ältesten Zuchten des Landes. Nachrichten über dieselbe reichen in eine mehr als 100jährige Vergangenheit zurück. Die damaligen Grossen Herdebestände sind zwar heute verringert, doch verrät die auffallende Ausgeglichenheit der Tiere die langjährige, zielbewusste Züchtertätigkeit. Gegenwärtiger Stand: 2 Stiere, 50 Kühe und Nachwuchs. Zuchtzweck: Aufzucht von Büffelochsen und Zuchttieren. Die Sarder Büffel sind zufolge des aufmerksamen Ausschlusses der Inzucht frei von allen Anzeichen einer Degeneration, mittlerer Größe, von gewaltigem Knochenbau, sehr tiefem Rumpf und großer Leistungsfähigkeit. Bei den Kühen wird auch die Milchleistung berücksichtigt. Die Tiere befinden sich den Sommer über auf der Weide und werden auch im Winter einer abhärtenden Haltung teilhaftig. Zum Verkauf kommen eingejochte Zugochsen, junge Stiere und überzählige Kühe. Die Zucht nimmt alljährlich Teil an den Budapester Zuchtviehausstellungen und wurde mit mehreren Preisen prämiert.

1960 gab es in Bulgarien noch 174 000 Wasserbüffel, im Jahr 2000 nur mehr ca.11000St. Seit 1962 werden in Bulgarien zur Steigerung der Milchleistung Murrah Büffel aus Indien eingekreuzt, daraus entstand die Rasse Bulgarischer Murrah die sich von der ursprünglichen Mittelmeerrasse unterscheidet. Nach dem 2. Weltkrieg war der Wasserbüffel in Ungarn fast völlig verschwunden. Die größten Bestände konnten sich in Rumänien und Bulgarien halten. Die meisten Büffel in Ungarn gehen heute auf rumänische Importe zurück.

Eine Gruppe Büffel des ursprünglichen Panonischen Schlages der Mittelmeerrasse überdauerte im Zoo Schönbrunn mittlerweile mehrere Jahrzehnte, daraus entstanden neue Herden wie jene im Nationalpark Neusiedlersee die heute die größte Wasserbüffelherde in Österreich repräsentiert. Insgesamt gibt es 2008 100 Wasserbüffel in Österreich, bei fast allen mit Ausnahme einer Herde handelt es sich dabei um Tiere des Panonischen Typs.

In Deutschland gründete Tierzuchtinspektor Georg Tartler bereits 1917 den „Deutschen Büffelzuchtverein“, welcher sich aber nicht durchsetzen konnte. Offensichtlich sind damals die wirtschaftlichen Vorteile des Wasserbüffels und sein möglicher Nischenplatz bei der Entwicklung der intensiven Landwirtschaft in Deutschland nicht erkannt bzw. unterschätzt worden. Erst in den 80er Jahren begannen in Deutschland einzelne Landwirte und Hobbyzüchter mit der Haltung von Wasserbüffeln. Sie erwarben die ersten Tiere aus zoologischen Gärten oder von Züchtern in Rumänien. Seit Mitte der 90er Jahre ist auch in einigen anderen westeuropäischen Ländern, in denen ebenfalls die Büffelproduktion bisher eher nicht bekannt war, ein zunehmendes Interesse an der Einfuhr und Verbreitung von Wasserbüffeln festzustellen. Zu diesen Ländern gehören England, Frankreich, Spanien, Portugal, Luxemburg, Dänemark, die Schweiz und Deutschland.

In Österreich, wo eine Zuchtgeschichte vorhanden ist und Reste einer Rasse (Schlag) vorhanden sind, ist dieses Interesse mit einigen ganz wenigen Ausnahmen nicht oder vielleicht noch nicht vorhanden. Derzeit gibt es die Tiere noch, langfristig wird eine Blutauffrischung notwendig sein, da die derzeitige Population fast zur Gänze miteinander verwandt ist. Spätestens dann wird sich entscheiden, in welche Richtung die Büffelzucht in Österreich ihre Entwicklung finden wird.

[bearbeiten] Verbreitung

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Hauptbestand in Ost Österreich (Burgenland) und Westungarn







[bearbeiten] Zuchtgeschichte

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Es werden zwei Wasserbüffeltypen unterschieden: Sumpfbüffel (Swamp type), Flussbüffel/Milchbüffel (River type)







[bearbeiten] Ähnliche Rassen

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Am ähnlichsten sind Tiere, die aus weitestgehend unberührten rumänischen Zuchten stammen. Allerdings werden in jüngster Zeit in Rumänien durch künstliche Besamung auch bulgarische und italienische Büffel zur Erhöhung der Milchleistung eingekreuzt, wodurch auch in Rumänien die alten Büffelschläge verschwinden.





[bearbeiten] Förderungen

Förderungen für eine Rasseerhaltung gibt es derzeit nicht, Wasserbüffel Mutterkühe werden mit Rindern gleichgestellt und erhalten eine Mutterkuhprämie. Ein Generhaltungsprogramm existiert ebenfalls nicht.

[bearbeiten] Leistungsdaten

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Alle Panonische Wasserbüffel werden als Mutterkühe gehalten. Somit liegen keine Milchleistungsdaten vor. Von einem weiblichen Tier liegen Fleischleistungsdaten vor: 42kg Geburtsgewicht, 197kg mit 200 Tagen und 291kg mit 365 Tagen. Die Mutter, eine ausgewachsene Kuh, brachte 612kg auf die Waage. Derzeit existiert kein Verband oder Verein, der die Büffel herdebuchmäßig betreut.

Milchleistung von bulgarischen und italienischen Büffeln von 1580-2000kg Spitzentieren erreichen 4000 -6000kg bei 7-8% Fett. Die rumänischen Büffelkühe der Mittelmeerrasse haben eine Milchleistung von 900-1300kg je Laktation mit einem Fettgehalt von 7-8% (Aleksiev 1998, S.21).


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[bearbeiten] Erfahrungsberichte

„Der Wasserbüffel zählt zu den Dreinutzungsrassen für Milch, Fleisch und als Zugtier. Die dichte Behaarung macht die Tiere recht unempfindlich gegen Kälte, sie sind sehr robust und resistent gegen Krankheiten.“ Diplom-Tierarzt Berthold Traxler, Wien

[bearbeiten] Eignung und Haltung

Der Wasserbüffel wird in speziellen Nischen der Landwirtschaft gehalten oder kommt als sehr guter Futterverwerter in der Landschaftspflege zum Einsatz. Durch sein beeindruckendes Erscheinungsbild hat die Rasse einen besonderen Schauwert. Das dichte Haarkleid macht die Rasse im Winter unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen. Der Nationalpark Neusiedlersee bietet in Kooperation mit einer regionalen Fleischhauerei Fleisch und Wurstprodukte des Westungarischen Wasserbüffels an. Landschaftspflege und Tourismus im Nationalpark Neusiedlersee und Naturpark Güssing werden durch Wasserbüffelhaltung bereichert, beispielsweise wird er erfolgreich zur Zurückdrängung drohender Verschilfung in den Seenvorlandgebieten eingesetzt.

[bearbeiten] Projekte

Der Nationalpark Neusiedlersee arbeitet mit der Fleischerei Karlo zusammen, die Büffelfleisch und Wurstprodukte anbietet. Landschaftspflege und Tourismus im Nationalpark Neusiedlersee und Naturpark Güssing.


[bearbeiten] Literatur

Ungarns Viehzucht Budapest 1926 Ausgewählte Ausführungen zum Verhalten und der Lebensweise des Wasserbüffels von Prof.Hilmar Zeigert Natur und Land Prof.Dr.F.D.Altmann 1997 Exotische Rinder Prof.Dr.Dr.Hans Hinrich Sambraus 2006

[bearbeiten] Weblinks

http://www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at/fmanagement/haustierrassen.html

http://www.tierzeit.at/Zoos/Zoos-Wien/Tiergarten-Schoenbrunn-Wien/Wasserbueffel-Tiergarten-Schoenbrunn.html

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