Zackelschaf

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Zackelschaf
ungarisches Zackelschaf




Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Rassestandard

Istvan

Das Zackelschaf ist ein kleines bis mittelgroßes, robustes, widerstandsfähiges, sehr genügsames, lebhaftes und scheues Schaf. Es gibt sie in zwei Farbschlägen - weiß und schwarz. Die Lämmer der weißen Farbvariante sind bei der Geburt hell mit dunkelbraunem Kopf, der vordere Rumpfteil ist ebenso braun wie die Beine und der Schwanz. Aber sie können auch ganz braun zur Welt kommen. Schwarze Lämmer tragen bei der Geburt ein glänzendes, gekräuseltes Fell, wobei jedoch der Glanz des Felles im Alter verloren geht und sich mit den Jahren grau verfärbt.
Der Kopf ist auffallend schmal, die Augen groß, die Stirn ist bewollt, die Ohren sind kleiner als bei den meisten anderen Rassen und stehen waagrecht ab. Das besondere Merkmal der ungarischen Zackelschafe sind die schraubenförmig (korkenzieherartig) gedrehten Hörner, die beim ungarischen Typ V-förmig gestellt sind (im Gegensatz zum bosnischen Typ). Im Gehörn der weißen Variante finden sich ein- bis zwei dunkle Streifen, bei der schwarzen Variante sind Hörner und Klauen schwarz. Die Hornlänge beträgt beim Widder bis zu 1 m, beim Weibchen etwa die Hälfte.
Gewicht: beträgt beim Widder bis zu 80 kg, beim Weibchen etwa 40-50 kg.
Das Geburtsgewicht der Lämmer: etwa 2-3 kg und mit 30 Tagen ca. 5-7 kg. Wolle: die Vlieslocken können bis 30 cm lang werden, dürfen aber nicht kürzer als 20 cm sein.
Das dichte Vlies schützt die Tiere im Winter vor Kälte und im Sommer vor Überhitzung. Zackelschafe gehören zu den mischwolligen Rassen und werden nur einmal jährlich geschoren.
Wollertrag: ca. 2-3 kg/weiblich, ca. 3-4 kg/männlich

[bearbeiten] Verbreitung

Herde Familie Schweinzger

Der gesamte Bestand beträgt ca. 3.500 Tiere. Es handelt sich hierbei um die letzte erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern.




[bearbeiten] Zuchtgeschichte

Nachwuchs Familie Schweinzger

Das ungarische Zackelschaf dürfte es seit ca. 5.000 Jahren geben. Die Vorfahren des heutigen Ungarischen Zackelschafes wurden wahrscheinlich vor rund 1100 Jahren von den Ungarn in ihr heutiges Land mitgebracht und nach seiner Herkunft der ungarischen Pußta benannt. Bis zum 18. Jahrhundert galt es als vorherrschende Schafrasse in Ungarn, war aber zur Zeit der Monarchie auch im gesamten Alpenraum verbreitet. Es handelt sich um die letzte noch erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern. Die äußerst widerstandsfähigen Schafe wurden ursprünglich für die Milch und Fleischversorgung der ungarischen Nomaden gezüchtet. Neben der Nutzung des Fleisches, das mager, feinfasrig und im Geschmack wildbretähnlich ist, fand die Verwendung der groben Wolle zur Herstellung wetterunempfindlicher Pelzmäntel bzw.-umhäge für Hirten und andere wetterexponierte Berufe große Bedeutung. Das zottelig anmutende dichte Fell ist wasserundurchlässig und ermöglicht den Tieren Temperaturen zwischen -20°C und +40°C zu ertragen. Ihre Genügsamkeit bei der Futterauswahl macht sie für die Nutzung auch auf ausgedünnten Weiden einsetzbar!

[bearbeiten] Förderungen

Ausstellung

Die Bestätigung der beantragten Tiere für die Maßnahme "Seltene Nutztierrassen" erfolgt durcht die verantwortliche Zuchtorganisation. Der Stichtag für die Prämienfähigkeit eines Tieres im ÖPUL 2007 ist der 1.4. des jeweiligen Antragsjahrs. Das Ungarische Zackelschaf gilt als hochgefährdete Rasse und wird mit EUR 55,- pro Mutterschaf und EUR 120,- pro Zuchtwidder gefördert.

Herdbuch-Betriebe 2008 (Angabe Landesverband für Schafzucht und -haltung in OÖ) 33 Betriebe 403 Tiere ÖPUL-Bestätigung 2008 (Angabe Landesverband für Schafzucht und -haltung in OÖ) 25 Betriebe 237 Tiere

[bearbeiten] Leistungsdaten

Herde

Als typisch robuste und widerstandsfähige Extensivrasse haben Zackelschafe ausgesprochen harte und unempfindliche Klauen, eine hervorragende Anpassungsfähigkeit an regionale Klima- und Nahrungsbedingugen - was sich vor allem bei der Ablammung zeigt. Die Lämmer sind sehr robust und werden im Jänner/Februar meist im freien geboren. Schwierigkeiten oder gar Ausfälle bei der Geburt gibt es durch den guten Körperbau der Schafe fast nicht. Grundsätzlich sind sie streng saisonal und bringen meist nur ein Junges im Jahr zur Welt. Eine zweite Ablammung pro Jahr kann durch besonders gute Haltungsbedingungen oder Verlust eines Lammes auch vorkommen. Zwillingsgeburten sind selten und für die Mütter schwer bewerkstelligbar.

Merkmal männlich / weiblich
Größe [cm] 70 - 90 / 70 - 85
Gewicht [kg] 65 - 85 / 45 - 75

[bearbeiten] Wirtschaftlichkeit/Vermarktung

Schaf am Spieß

Schaf am Spieß bei einer Rassepräsentation "gefährdete und seltene Schafrassen" in St.Nikolai im Sausal 2007

[bearbeiten] Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte von Familie Schweinzger

Johann und Margit Schweinzger

Wir sind seit 2000 Züchter des ungarischen Zackelschafes und haben diese Rasse als wirklich äußerst unkompliziert,anspruchslos und krankheitsresistent kennen gelernt. Inzwischen besteht unsere Herde aus 15 Zuchtweibchen und 1 Widder. Der Aufbau dieser Herde war gar nicht so einfach. Für das erste Zuchtpärchen sind wir knapp 800 km quer durch Österreich gefahren.

Erfahrungsberichte können laufend unter www.hollhof.at und unter allen anderen Züchtern sowie unter www.archepedia.at nachgelesen werden

[bearbeiten] Eignung und Haltung

Die Haltung der ausgesprochen anspruchslosen Rasse ist sehr einfach. Es reicht ein trockener Unterstand


Schafschur
Herde mit Jungtieren

[bearbeiten] Gefährdung

Beim Zackelschaf handelt sich um die letzte erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern. Sie hat den Status „hoch gefährdet“ im ÖPUL 2007 des Agrarumweltprogramms. 2009 beträgt der Herdebuchbestand 288 Tiere.

[bearbeiten] Projekte

Erhaltung dieser eigenwilligen, an raue Haltungsbedingungen angepasste, genügsame und robuste Schafrasse

[bearbeiten] Literatur

siehe www.hollhof.at

[bearbeiten] Weblinks

www.hollhof.at

Hollhof
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